Wir informieren über die
SCHULTERENTZÜNDUNG
chronische Schulterentzündungen,
Entzündung der Schulter
Der Begriff Schulterentzündung ist eine gängige Abkürzung für die Schulter gelenks entzündung, vom Mediziner als Omarthri tis bezeichnet
Das Schulter gelenk (lat.: Articulatio humeri) ist ein Kugel gelenk zwischen der lippenumrandeten Pfanne des Schulterblattes (Cavitas glenoidalis mit Labrum) und dem Oberarm kopf, im Dachteil durchzogen von der eingescheideten langen Bizeps sehne; seine am Labrum glenoidale, an der Basis des Rabenschnabelfortsatzes und am Collum anatomicum humeri ansetzende Kapsel ist schlaff, wird aber stützend abgedeckt durch die sog. Rotatorenmanschette (Mm. subscapularis, supraspinatus, infraspinatus u. teres minor). Das Gelenk ermöglicht Hebung und Senkung, Abduktion (= vom Rumpf wegführen) und Adduktion (= an den Rumpf heranführen) sowie die Kreiselung (und Zwischenbewegungen) des Arme s (modif. n. Roche-Lexikon).
Eine Schulterentzündung kann auf die Synovialis (= Innenhaut der Gelenkkapsel) und den Knorpel beschränkt sein oder die Gelenkkapsel betreffen.
Die Symptome (= Krankheitszeichen)
Bei einer
Schulterentzündung bestehen meist
bzw. fast immer
Schulterschmerzen,
Schwellung, Überwärmung und/oder Bewegungseinschränkung des Schulter
gelenks. Seltener
kann es auch zu einer Rötung (v. a. akute Formen), Gelenkerguß
(= in das Gelenkinnere abgesonderte Flüssigkeit) oder zur
Eiteransammlung (Gelenkempyem) im
Gelenk
kommen. Im Verlauf einer chronischen
Gelenkentzündung (= über einen längeren Zeitraum bestehenden
Gelenkentzündung)
sind die Spätfolgen meist ein Funktionsverlust des
Gelen
kes mit Destruktionen
(= Zerstörung bestimmter Gelenksbestandteile), Fehlstellungen
(= die Geometrie des
Gelenkes wird verändert), Kontrakturen (Verkürzungen bestimmter das Gelen
k umgebender Weichteilstrukturen, die zu einer
Bewegung
seinschränkung des Gelen
kes
führen) und Ankylosen (= Gelen kversteifung)
(nach Pschyrembel, 258. Auflage; Gesundheitpro.de).
Die verschiedenen Formen und mögliche Ursachen einer Gelen
kentzündung bzw. Schulterentzündung sind
auf folgender Internetseite ausführlich dargestellt: http://www.gelenkentzuendung.com.
Schmerzbehandlung bei Schulterentzündung:
Verbleibt trotz einer krankheitsspezifischen Behandlung eine Schulterentzündung, so eignen sich zur Behandlung folgende Maßnahmen, wobei Dauerschmerzen praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren erfordern. Häufig sind die schmerztherapeutischen Behandlungsmethoden bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach dem Sch merz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten.
Information über die Erkrankung
Medikamentöse Behandlung (u.a. Analgetika (= Schmerzmittel), schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockade n, auch kontinuierlich mit Katheter
Physiotherapie (Krankengymnastik und Anwendungen) zur Behebung von Funktionseinbußen
Evtl. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden) und/oder Hochtontherapie
Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
Medikamentöse Schmerzbehandlung bei
einer Entzündung der Schulter:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend)
können auch bei Schulterentzündungen zunächst (vorwiegend)
peripher wirkende
Analgetika
(= Schmerzmittel, die
am Ort der
Sch
merz
entstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika
(=
Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B.
Mobec®.
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren
schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B.
Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Manchmal ist aber auch Entzündung der Schulter nur
mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®
oder gar Morphin)
(= im Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei
einer
Schulterentzündung eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar
Schmerzmittelabhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch
bei chronischen
Schm erzen
wirksam) (z.B.
Doxepin, Maprotilin) oder auch Neuroleptika
hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Teiweise sind auch wiederholte
Cortison-Einspritzungen hilfreich.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
bei Schulterentzündungen:
Bei anhaltenden
Sch
merzen sollten
rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Insbesondere bei
Schulterschmerzen ist eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs-
oder Suchtpotential, die therapeutische Lokalanästhesie mit einem langwirkenden
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel) (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen
Betäubungen und
Nervenblockade
n. Dabei wird das Gelen
k wiederholt (stationär
bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär
(= um die Gelenkkapsel herum)
infiltriert.
Das Schul tergelenk kann auch mit "Zeel" umspritzt werden, was
manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Eine weitere Möglichkeit ist bei einer
Schulterentzündung die gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in der
Muskulatur)
im Schulterbereich nach vorheriger Identifizierung derselben.
Als nächst höhere
Therapiestufe kommen wiederholte Blockaden
(= Betäubungen)
des Nervus suprascapularis in der Incisura
suprascapularis (= kleine Kerbe am
Oberrand des Schulterblattes) in
Frage. Über diesen Nerv werden die Schmerzempfindungen aus dem Schul
terbereich
fortgeleitet.
Bei einem hartnäckigen und heftigen
Schulterschmerz hat sich die sog.
kontinuierliche, retrograd hohe Betäubung des Plexus brachialis
(= Armnervengeflecht)
mit Katheter
sehr bewährt. Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe
der Achselhöhle in die Nervenscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und
innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt
durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“
werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach
Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig
schmerzlos nachgespritzt. Während dem Einspritzen und noch kurze Zeit danach
wird der Obera
rm
mit einer Manschette abgestaut, so daß die
Betäubungsmittellösung innerhalb der Nervenscheide nach oben getrieben wird und
so auch im Schul
terbereich schmerzlindernd wirken kann. Das örtliche
Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft
erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung),
damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass
die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus
anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch
die sog. vegetativen Nerven betroffen sind (Sympathikolyse), woraus eine sehr deutliche
Durchblutungssteigerung resultiert, die entzündlichen oder degenerativen
(= abnutzungsbedingten)
Prozessen nachhaltig entgegenwirkt.
Zur Schmerzbehandlung bei einer Schulterentzündung kann auch die kontinuierliche, interskalenäre (= zwischen Muskeln im seitlichen, unteren Halsbereich) Blockade des Plexus brachialis durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode mit einem etwas größeren Risiko behaftet.
Um eine Schulterentzündung wirkungsvoll zu behandeln, bedarf es einer lokalen (= örtlichen), deutlichen Verbesserung der Durchblutung, denn unter einer guten Durchblutung heilen En tzündungen sicher ab. Nun gibt es aber kein Medikament zum Einnehmen, das speziell in der Schul terregion die Durchblutung steigert. Mit Hilfe der beschriebenen therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) gelingt dies jedoch vortrefflich.
Physikalische Therapiemöglichkeiten bei
einer Entzündung der Schulter:
Auch eine Elektrostimulation kann bei
Schul
tergelenksschmerzen eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die
transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat
den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die
Elektroden werden paarig über dem Gelen
k aufgeklebt. Durch Veränderung der
Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.
Hilfreich kann auch eine Magnetfeldtherapie
(pulsierende
Signaltherapie) oder
die sog.
Hochtontherapie
sein.
Eine weitere physikalische
Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im
Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen
Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einer Schulterentzündung empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen
(Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls einen
Gelenkschmerz lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei einer
Schulterentzündung
nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber
unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen
Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die
heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist,
Gelenk
funktionen
zu fördern bzw. zu erhalten.
Andere Therapiemaßnahmen bei
Schulterentzündungen:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur
(Schmerzakupunktur) zur Behandlung chronischer
Schul
terschmerzen nicht unerwähnt
bleiben.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde)
Verfahren wie autogenes Training oder
progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen der
psychologischen
Schmerztherapie eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. Bei
einem chronischen
Schulterschmerz ist auch ein
Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.
Weitere Arthritiden (= Gelenksentzündungen)
Gonarthritis, Coxarthritis, Handgelenkarthritis, Fußgelenkentzündung, Sprunggelenksentzündung,
Aktualisiert: 09.10.2006 k u
A
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C
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D
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F
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